Lesemonat Juni

Lesemonat Juni

Hallo ihr Lieben!

Normalerweise wäre es jetzt Zeit für die Juni Lieblinge, aber da ich diesen Monat bis auf Arbeiten und Lesen nicht allzu viel gemacht habe, gibt es stattdessen zum ersten Mal einen Lesemonat mit allen Büchern, die ich in den letzten 4-6 Wochen beendet habe. Dazu muss man vielleicht wissen, dass ich eigentlich ein sehr langsamer Leser bin, Bücher oft über Monate strecke und immer mehrere Bücher gleichzeitig lese. Dank E-Book-Reader und Hörbüchern während ich 3D Modelle baute, ist diesen Monat aber doch einiges zusammengekommen! Viel Spaß :)

PS: Wer genauer mitverfolgen will, was ich gerade lese, kann mir gerne bei Goodreads folgen. Wie überall heiße ich auch dort rotkopfchen.

 

Lesemonat Juni 2

All The Bright Places

Jennifer Niven

Zu deutsch: All die verdammt perfekten Tage. Auf meiner Liste hatte ich dieses Buch schon ewig, aber jetzt war es endlich in der Bücherei und ich verschlang es tatsächlich in kürzester Zeit. Es geht um Finch und Violet, die sich auf dem Glockenturm ihrer Schule kennenlernen, als sie beide im Begriff sind zu springen. Violet hat ihre Schwester kurz zuvor bei einem Autounfall verloren und seitdem ist ihr ganzes bisheriges Leben wie sie es kannte zum Erliegen gekommen. Vor dem Unglück gehörte sie zu den Cheerleadern, hatte einen Freund und führte ein ziemlich perfektes Leben, von dem ihrer Meinung nach nun nichts mehr übrig ist.

Finch ist der Freak. Zumindest nennen ihn alle so. Seine morbide Faszination für das Thema Suizid ist zwar allgemein bekannt, wie weit es geht, kann jedoch wohl keiner einschätzen. Er sammelt Fakten und probiert aus, wie sich verschiedene Arten und Weisen zu sterben wohl anfühlen mögen. Seine Freunde und Familie haben einfach akzeptiert, dass er von Zeit zu Zeit verschwindet und nicht mehr ansprechbar ist. Wie sehr er selbst unter diesem Zustand leidet, bekommt jedoch niemand mit.

Nachdem er Violet auf dem Glockenturm getroffen hat ist sein Interesse geweckt und er überredet sie in ein gemeinsames Schulprojekt hinein, bei dem sie ihren Heimatstaat Indiana erkunden sollen. Als die beiden entdecken, wie schön es ist, einfach sie selbst sein zu können, stürzen sie sich in eine Hochphase und Violet lernt wieder zu leben. Doch während ihre Welt immer weiter wächst, geht es mit Finch immer weiter bergab.

Ich glaube, dieses Buch ist wichtig. Ich hätte es gerne schon viel früher gelesen, als Teenager, denn da war man mit seinen psychischen Problemen alleine. Gefühlt gab es keine Literatur, die sich damit beschäftigte, wie es ist, sich nicht normal zu fühlen. Ich hoffe viele junge Menschen lesen “All the bright places” und entscheiden, sich Hilfe zu holen. Wieder mal ein Fall von “Don’t judge a book by it’s cover”, denn das hinterlässt den Eindruck, dass es sich um eine locker-flockige Sommerlektüre handelt. Und das ist es defintiv nicht. Es ist traurig, düster und hoffnungslos, aber auch wunderschön.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Violet und Finch, sodass man zu beiden eine Bindung aufbaut und mit beiden mitfühlt, mitträumt und mitleidet. Volle Punktzahl.

★★★★★

 

Lesemonat Juni 3

Der Name des Windes

Patrick Rothfuss

Teil 1 der Königsmörder-Chronik. Schon in den April Lieblingen konntet ihr von diesem Meisterwerk lesen, jetzt habe ich es endlich vollendet. Und es war ein Fest. Ein großes, wundervolles Fest.

Kvothe führt quasi ein Leben undercover. Er führt ein Gasthaus in einem abgelegenen Dorf und hat einen anderen Namen angenommen. Bis auf seinen Gehilfen weiß niemand, wer er wirklich ist – einer der größten Zauberer seiner Zeit. Als ein Chronist vorbeikommt und ihn erkennt, lässt Kvothe sich überzeugen, seine Geschichte aufschreiben zu lassen.

Und so erzählt er. Von seiner glücklichen Kindheit, seiner tragischen Jungend und seinem Weg voller Irrungen, Wirrungen und Abenteuer. Von den Menschen, denen er unterwegs begegnet und lieben und hassen lernt, von den Dingen die er lernt, den Reisen die er bestreitet und den Abenteuern, die er dabei erlebt, egal ob im großen Stil oder in seinem Alltag. Der erste Band begleitet ihn dabei etwa bis zum Alter von 16 Jahren, die einem jedoch vorkommen wie eine ganze Lebensspanne. Wofür genau er so berühmt geworden ist und warum die ganze Trilogie nun “Die Königsmörder-Chronik” heißt, ist bisher ungeklärt. Und jede Seite dahin ist ein Schatz.

Mehr will ich nicht verraten, denn würde man die Geschichte salopp erzählen, würde man im Zweifelsfall nur die Magie Rothfuss Worte zerstören. Den Ruf als neuer Tolkien hat er meiner Meinung nach völlig zurecht und schafft mit der Königsmörder-Chronik eine Fantasywelt, die unglaublich vielschichtig, gut durchdacht und abenteuerlich und fern von Klischees ist.

Eigentlich kann ich nur sagen: Wer es nicht liest, ist selbst Schuld. 6 von 5 Sternen

★★★★★★

 

Juni Lesemonat 4

Die Elite

Kiera Cass

Der zweite Teil der Selection-Reihe. Wer Teil 1 (mehr dazu hier) noch nicht gelesen hat, hört hier also am Besten auf zu lesen.

America Singer ist weiterhin im Rennen um den Platz an Maxons Seite. Nur noch 5 Mädchen aus der Selection sind übrig und der Druck steigt. Als America sich langsam mit dem Gedanken anfreundet, tatsächlich die Verantwortung des Thrones aus Liebe zu Maxon anzunehmen und beginnt die Chancen zu sehen, die der Platz an der Spitze für ein Mädchen aus einer niedrigen Kaste bereithält, wendet sich das Blatt jedoch plötzlich. Ihr blindes Vertrauen in Maxon gerät durch einen Vorfall ins Wanken.

Und während sie mit der Verantwortung beschäftigt ist, die auf sie zukommen könnte, findet sie nach und nach heraus, dass der ganze Staat und das System, dem sie unterworfen ist keinesfalls zu ihrem eigenen Besten entwickelt wurde, sondern aus dem puren Egoismus eines Mannes, der an die Macht wollte.

Und die Situation im Palast spitzt sich zu. Die Rebellenangriffe nehmen an Gewalt und Häufigkeit zu und bringen plötzlich alle beteiligten in Gefahr. Und während America lange das Gefühl hatte, alles in der Hand zu haben, entgleitet ihr alles mehr und mehr.

Der zweite Teil der Reihe hat durchaus seine Schwachstellen. Das emotionale hin und her bräuchte ich persönlich nicht in einer so ausgeprägten Form und der Roman zieht sich teilweise sehr, während America zwischen Maxon und Aspen schwankt und ich sie manchmal einfach nur schütteln will. Doch die Story, die dahintersteht ist unglaublich spannend. Gesellschaftskristisch und vor allem in Zeiten, wo Idioten wie Trump versuchen an die Macht zu komme, wieder sehr aktuell. Ich hoffe in Band drei geht es noch mehr um die Situation und Beweggründe der Rebellen und weniger um das persönliche Liebeschaos eines Mädchens, aber ich werde auf jeden Fall weiterlesen. 3-4 von 5 Sternen.

★★★

 

Lesemonat Juni 5

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes

Bevor der Film nun mit Emilia Clark und Sam Claflin ins Kino kam, habe ich es endlich noch geschafft, diesen Bestseller zu lesen. Normalerweise bin ich für “Frauenliteratur” nicht so zu haben, deswegen habe ich mich lange gegen Jojo Moyes Bücher gesträubt. Aufgrund der Besetzung wollte ich den Film jedoch unbedingt sehen und ein Buch zu lesen nachdem man den Film gesehen hat ist nicht dasselbe. Also fing ich an zu lesen und hörte dann auf Spotify weiter. Und war überzeugt.

Louisa Clark führt ein sehr unaufgeregtes Leben in einer englischen Kleinstadt. Sie arbeitet in einem Café, lebt bei ihren Eltern und ist rundum zufrieden, so wie es ist. Und dann verliert sie ihren Job. Weil ihre Familie abhängig von ihrem Gehalt ist, beginnt für sie eine Odysee aus Jobs in der Hühnchenfabrik und endlosen Diskussionen, bis sie vom Jobcenter überredet wird, eine Stelle als Pflegerin bei den Traynors in Betracht zu ziehen.

Louisa rechnet sich ohne Erfahrung keine Chancen aus und zwei Stunden später hat sie den Job als Pflegerin von Will, der mit Mitte 30 nach einem abenteuerlichen Leben im Rollstuhl sitzt und von den Schultern abwärts gelähmt ist. Pflegen soll sie ihn allerdings nicht und Lou verzweifelt fast daran, diesen zynischen, unglücklichen und verbitterten Mann zu betreuen, ohne eine klare Aufgabe zu haben.

Bis sie irgendwann versteht was ihr Job ist und ihr klar wird, wie ernst die Lage um Will Traynor ist, der dieses Leben um nichts in der Welt führen will. Und sie beginnt zu recherchieren. Sie hat 6 Monate um sein Leben wieder lebenswert zu machen. Und gibt alles.

Dieses Buch ist wunderschön. Witzig. Traurig. Unerwartet und bunt. Es ist völlig anders als ich erwartet hatte und doch genau das, was man sich von einer solchen Geschichte wünscht. Wer es wie ich geschafft hat, nicht gespoiltert zu werden, soll es auch jetzt nicht vermiest bekommen, aber es geht darum, wann ein Leben lebenswert ist, wer das entscheiden darf und um Sterbehilfe. Sehr spannend sind die Rezensionen von anderen Tetraplegikern und ihre Sicht auf die Geschichte.

Auch der Film ist übrigens wunderschön. Ideale Besetzung. Lesen!

★★★★★

 

4-001

Schattentraum: Hinter der Finsternis

Mona Kasten

Schattentraum ist der erste Teil der Schattentraum-Trilogie und Debütroman von Mona Kasten, Youtuberin, Studentin und nun vor allem Autorin aus Hamburg. Angefangen zu lesen habe ich eigentlich nur, weil ich Monas Videos seit Jahren gucke und ihren Büchergeschmack und Humor sehr gerne mag. Und ich wurde positiv überrascht!

Emma muss nach dem Unfalltod ihrer Mutter mit ihrem Vater zu ihrer Großmutter quer durchs Land ziehen. Nach Monaten der Lethargie und des Rückzugs fängt sie dort langsam an wieder aufzutauen und Freunde zu finden. Von Anfang an fällt ihr Gabriel, ein gutaussehender Kerl aus dem Ort auf, vor dem sie alle warnen.

Trotzdem kann sie die Anziehung zwischen Gabriel und sich nicht ignorieren und hat langsam das Gefühl, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Nachdem sie sich lange gegen die Vermutung des Übernachtürlichen gesträubt hat, findet sie heraus dass er ein Fae ist. Dass das für sie nichts gutes bedeutes ignoriert sie liebestrunken und lässt sich auf ihn ein.

Als Gabriel sie kurz darauf zurückstößt fällt sie in ein tiefes Loch und lässt sich auf den Dämon Belial ein, der sie in ihren Träumen heimsucht und der ihr daher nicht real erscheint. Sie schließt einen Pakt mit Belial und lässt ihn ihr all ihre Gefühle und Emotionen nehmen, denn sie kann nach dem Verlust ihrer Mutter nicht noch mehr Schmerz ertragen. Und die Abwärtsspirale beginnt.

Viel Fantasy, viel Kitsch und Liebe, Verzweiflung und Klischees, aber dennoch sehr schön geschrieben. Die Charaktere sind alle sehr liebevoll gestaltet und obwohl mich die Story nicht vom Hocker hat, habe ich das Lesen sehr genossen. Und werde weiterlesen. 3-4 Sterne.

★★★★

So, ich hoffe für euch war was dabei!

Was waren eure Lesehighlights der letzten Wochen? Was haltet ihr vom Lesemonat?

2 Comment

  1. Dein Beitrag kam wie gerufen, denn ich war gerade auf der Suche nach neuen, interessanten Titeln! 🙂 Und von deinen finde ich mindestens drei sehr ansprechend. (“Ein ganzes halbes Jahr” habe ich als bekennende Kitschroman-Liebhaberin natürlich längst gelesen. 😉 Danke also für diese toll geschriebene und bebilderte Zusammenfassung und die Empfehlungen. Gern mehr davon!

    Liebst, Reh

  2. […] es los mit Teil eins – Mädchenbücher! Der letzte Lesemonat war im Juni, mit einem Klick hier kommt ihr direkt hin. Jetzt aber […]

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