#wirsindmehr

G20

Während bei mir der Livestream zu #wirsindmehr in Chemnitz läuft, beschließe ich, dass ich endlich auch mal hier Stellung beziehen muss.

Was da gerade in Deutschland passiert haben wohl die meisten von uns vor kurzem noch für unmöglich gehalten. Wir haben doch aus der Geschichte gelernt. Nazis? Eine Randerscheinung, über die man sich maximal lustig macht. In meinem Umfeld habe ich seit vielen Jahren kaum mehr etwas davon mitbekommen.

Doch seit 2015 hat sich das politische Klima verändert. Nicht nur in Deutschland, überall in der Welt. Trump, Brexit, AfD jedes Land will sich selbst wieder an „erster Stelle“, was auch immer das heißen soll. Jetzt wollen sie wieder Ländergrenzen zumachen, „Ausländer“ sollen raus. Was sind denn bitte noch Ausländer? In einem anderen Land geboren? Wer definiert, was ein „Inländer“ ist? Und wie geht es weiter? Vom nächsten Mauerbau sind wir in den USA nur einen Katzensprung entfernt, rechte Hetze ist jetzt anscheinend vor unserer Haustür wieder ein Ding.

In meinem Umfeld ist die Lage klar: Für rechte Gesinnung in irgendeiner Form ist kein Platz. 

In meiner Jugend war ich umgeben von Jusos, Grünen, Linken, Alternativen. Wir spielten mit unseren Bands Punksongs und feierten auf Festivals und Konzerten Anti-Nazi-Songs. #keinbockaufnazis Buttons an der Jacke, Schrei nach Liebe in Dauerschleife. Wir demonstrierten und selbst die politisch Uninteressierten waren irgendwie Teil des Ganzen. Auf Dorfparties liefen manchmal die Onkelz, aber dass die Geschichte sich wiederholen könnte schien unmöglich. Und jetzt stehen wir hier

#wirsindmehr sollte nur der Anfang sein von einer Jugend, die wieder Stellung bezieht. Bosse hat es eben im Interview schön gesagt. Die Zeit von McFit und auf der Couch chillen ist vorbei. Oder in meinem Fall: Die Zeit von Netflix und bloggen übers Wandern.

Wir müssen wieder laut werden. Für rechte Gesinnung ist in Deutschland kein Platz. Ich möchte in einem bunten Land voller Vielfalt und Liebe leben. Wo niemand diskriminiert wird dafür, wo er geboren ist, was für eine Haar- oder Hautfarbe er hat, wen er liebt oder welches Geschlecht er hat.

Wir können das besser. Wir sind hier. Wir sind bunt. Wir können auch laut sein. Solidarität statt Rassismus. Offenheit und Verständnis füreinander. Zuhören statt Zuschlagen. Und nicht vor allem Angst haben, was man nicht kennt. Wenn ihr selbst Angst habt: Fragt nach. Informiert euch. Sucht das Gespräch. Wenn ihr rechtes Gedankengut in eurem Umfeld mitbekommt: Hört nicht weg. Klärt auf.

Die AfD aus Protest zu wählen ist keine Option. Do your research und redet mit allen darüber, die das nicht machen. Meldet rechte Accounts auf allen Plattformen. Positioniert euch. Es darf nicht nochmal passieren. Und es wird nicht aufhören, wenn wir nichts tun und hoffen, dass andere es machen. In diesem Sinne:

Hass ist krass – Liebe ist krasser.

Passt aufeinander auf und habt euch lieb!

2 Kommentare

  1. Ich finde die Situation in der Tat bedenklich und manchmal frage mich, in was für eine Zeit meine Tochter da doch geboren wurde. In den Meeren treiben riesige Mengen an Plastikmüll, die es in Form von Microplastik längst in die Nahrungskette geschafft haben. Das Wetter scheint unberechenbarer geworden zu sein und mit dem sukzessiven Sterben die letzten Kriegsgeneration fasst das rechte Gedankengut jetzt wieder Fuß.

    1. Ja, die Welt sieht momentan ziemlich düster aus. Doch es passiert auch so viel positives, was man oft aus dem Auge verliert! Und ich hoffe, dass die nächste Genereation es besser macht. Immerhin wird sie auch von jede Menge „Weltverbesserern“ großgezogen!

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