Drei Monate Shoppingverbot | Das Fazit

Hallo ihr Lieben,

ich habe es geschafft: 3 Monate Shoppingverbot sind vorbei. Seit dem 1. Februar darf ich nun theoretisch wieder alles kaufen, was ich will. Aber Spoiler: So funktioniert das nicht, denn in 3 Monaten wird aus einem Vorhaben ganz schnell eine Gewohnheit. Wer neu dabei ist: Hier gibt es den Start-Post, das 1. Update und das Update nach zwei Monaten. Drei Monate lang habe ich versucht nichts für mich selbst zu kaufen, ein absolutes Verbot gab es für  Kleidung, Schuhe und Accessoires.

Was habe ich gekauft?

Ich habe durchgezählt und in den drei Monaten sind genau 10 Dinge bei mir eingezogen. Davon waren 3 für die Arbeit (Kalender, Skizzenbuch, Stift), 4 für die gemeinsame Wohnung (Teller, Kleiderbügel, Ordnungskorb) und 3 für mich. Und ich muss sagen: Diese 3 für mich (Buch, Becher, Spiel) hätte ich mir wirklich auch sparen können. Sie bereichern mich nicht annähernd so, wie ich es beim Kauf gedacht habe. Ich finde die Liste ist überschaubar und Kleidungstechnisch ist wirklich gar nichts neues dazu gekommen. Ich bin am Ende auch doch zu keiner Tauschparty gegangen sondern habe nur aussortiert und Sachen gespendet.

Was waren die größten Herausforderungen?

Im letzten Monat war die Herausforderung erstaunlich klein. Irgendwie habe ich mich jetzt tatsächlich daran gewöhnt, nichts zu kaufen. Ich habe auch einfach mein Verhalten angepasst. Da ich wusste, ich „darf“ eh nichts kaufen, bin ich einfach gar nicht erst irgendwo hingegangen, wo ich in Versuchung kommen würde. Stattdessen ging ich spazieren oder in die Bücherei. Mein Wunsch, noch weniger Zeit mit dem Thema zu verbringen, hat sich also erfüllt.

Mit der Entscheidung bei #2018DIYdontbuy mitzumachen, habe ich mich stattdessen mit Stoffen und Schnittmustern beschäftigt und festgestellt, dass da auf jeden Fall viel Arbeit auf mich zukommen würde, wenn ich das ernsthaft angehen würde. Stattdessen habe ich jetzt schon alte Teile mit Flecken angefangen umzufärben und habe das Gefühl, neue Sachen im Kleiderschrank zu haben.

Ich bin allerdings auf der Suche nach einem Kleidungsstück, was ich einfach nicht finde. Und darum war ich doch immer wieder auf Kleiderkreisel und Ubup, was natürlich auch das Kaufbedürfnis erhöht. Da ich allerdings nicht so richtig fündig wurde, ebbte auch das wieder ab. Ich suche übrigens nach einem Skaterkleid mit langen Ärmeln, das bei meiner Größe nicht nur bis knapp über den Hintern geht. Wenn ihr wisst, wo ich sowas herbekomme: Verratet es mir!

Shoppingverbot Fazit:

Ich bin sehr froh, dass ich mich dieser Herausforderung gestellt habe. Wenn einfach mal eine ganze Weile nichts neues in den Kleiderschrank einzieht, setzt man sich 1. ganz anders mit den vorhandenen Sachen auseinander und wird 2. viel wählerischer bei dem, was einziehen darf.

Am 1.2. machte ich zur „Feier des Tages“ einen kleinen Ausflug zu einem Second Hand Laden, den ich mir schon lange anschauen wollte. Es durfte tatsächlich ein neutrales Hemd mit, da ich jetzt im Färbe- Änder- und Anmalfieber bin. Allerdings probierte ich auch mehrere Röcke an, die ich vor den 3 Monaten auf jeden Fall gekauft hätte. Ich fand sie beide wunderschön mit ausgefallenen Prints und sie hätten mir bestimmt auch Freude gemacht. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, brauche ich sie nicht. Ich habe 2 Röcke die ich sehr gerne mag und viel zu wenig trage. Warum noch einen kaufen? Ich legte sie zurück und holte sie dann einfach nicht mehr ab.

Zurücklegen ist übrigens eine super Möglichkeit, den Kauf zu umgehen. Wenn man nicht mehr im Laden ist, zuhause nochmal in den Kleiderschrank guckt und merkt, dass man das Teil eigentlich nicht braucht und ein bisschen Abstand hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man nicht mehr zurück geht. Und wenn ihr am nächsten Tag immer noch über das Kleidungsstück nachdenkt und es haben wollt, dann lohnt sich der Kauf auch.

Den Faktor Geld hatte ich hier noch nicht wirklich angesprochen. Ich bin gerade nicht besonders flüssig (Selbstständigkeit bringt eben auf und ab mit sich). Als ich das Verbot startete, war das noch anders, aber ich muss sagen, dass es mir schon Erleichterung brachte zu wissen, dass ich momentan wirklich nur meine Fixkosten plus Essen habe. Also wenn es finanziell mal knapper ist, lässt sich so Geld sparen, ohne dass man bewusst das Gefühl hat. Denn in erster Linie ging es natürlich um etwas andere.s

Fazit: Für mich hat sich das Experiment gelohnt. Es macht Raum für neue Sichtweisen und Prioritäten. Das oben beschriebene Kleid suche ich beispielsweise nach Monaten. Wenn ich es irgendwo finde, weiß ich, dass der Kauf sich lohnen wird.

Die Reaktionen anderer

Ein Thema, das ich in den Updates bisher nicht angesprochen habe, was ich jedoch sehr spannend finde. Zu niemandem bin ich hingegangen und habe gesagt „JEDER SOLLTE DAS SO MACHEN“. Im Gegenteil, ich finde solange man nicht das Gefühl hat, es zu übertreiben, sollte man sich gar keine Gedanken machen. Aber nicht nur hier, sondern natürlich auch im realen Leben kam das Thema ab und an auf. Ich erwähnte, dass ich gerade nichts kaufe, wenn es die Situation erforderte.

Selbst wenn ich es nur in einem Nebensatz erwähnte, schien es bei einigen Leuten hängen zu bleiben. Je länger das Experiment andauerte, desto häufiger bekam ich die Rückmeldung „Ich war einkaufen und wollte XY mitnehmen, aber dann dachte ich an dich und merkte, dass ich es eigentlich nicht brauche“ oder so ähnlich. Bei diesem Experiment ging es nur um mich und die Beobachtung von meinem Konsumverhalten. Dass ich damit bei anderen ein Umdenken oder eine Reflektion bewirkt habe, finde ich großartig. Dass ich irgendwann mal durch mein Verhalten dafür sorgen könnte, dass andere ihr Konsumverhalten überdenken, hätte ich vor kurzem nicht für möglich gehalten. Ich habe mich eigentlich immer als Negativbeispiel gesehen. Und es freut mich sehr, dass das nun anscheinend anders ist.

Wie geht es weiter?

Wie schon erwähnt ist ein neues Hemd eingezogen. Ich möchte versuchen, meinen Kleiderschrank noch mehr zu meiner persönlichen Schatzkiste zu machen. Selbst nähen ist vielleicht noch ein zu großer Schritt, aber Sachen ändern, anpassen, umfärben, das wird ein guter Schritt sein.

Ich werde mir nichts mehr verbieten. Aber ich werde auch weiterhin versuchen, sehr bewusst einzukaufen. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, mit einer Tüte voller neuer Sachen aus einem Laden zu kommen.

Ich werde weiterhin versuchen nur faire und gebrauchte Kleidung zu kaufen. Und versuchen, das Thema jetzt erstmal ein bisschen los zu lassen. Dafür, dass ich nichts gekauft habe, habe ich mich ja hier sehr intensiv mit dem Thema Konsumverzicht beschäftigt. Zeit, dass wieder ein bisschen mehr Normalität einkehrt.

Das war mein Shoppingverbot. Habt ihr Fragen? Gedanken? Ich bin neugierig!

Anni

2 Kommentare

  1. Ich finde dein Experiment super spannend und bewunder es, dass du das so durchgezogen hast. :) Gerne mehr darüber – ich liebe solche Texte und finde sie mega inspirierend!
    Liebe Grüße,
    Marie

    1. Hallo liebe Marie!
      Das freut mich sehr! Ich bin auch ein bisschen stolz, dass ich es durchgehalten habe (und nicht gleich wieder danach angefangen ahbe :D). Darüber erzähle ich natürlich auch super gerne noch mehr. Jemanden mit diesen Texten zu inspirieren ist ja das beste, was damit passieren kann :)
      Liebe Grüße aus Hamburg
      Anni

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