Winterputz mal anders | Nachhaltiger Adventskalender

Winterputz

Hallo ihr Lieben,

und herzlich willkommen zu meinem Beitrag zum nachhaltigen Adventskalender. Wir sind schon bei Tag 20 und nach den vielen tollen Beiträgen der anderen Bloggerinnen nehme ich euch heute mit zu einem etwas anderen Winterputz.

Egal, ob es Winter- oder Frühjahrsputz ist, in der Regel denkt man dabei an seine eigenen vier Wände. An Ostern gibt es dann zwar regelmäßig organisierte Müllsammelaktionen, die vielleicht auch noch unter den Begriff fallen, allerdings sehe ich selten einzelne Personen, die Müll aufheben. Ich möchte euch heute anregen, die Aufträumaktionen ab und an auch mal in eure Umwelt zu tragen – egal zu welcher Jahreszeit.

Gerade in Gr0ßstädten (wie in meinem Fall Hamburg) sieht man oft nur die schicke Fassade, denkt an Geschäfte und tolle Gebäude oder hier an den Hafen. Zu einer Großstadt gehören jedoch auch Unmengen Müll, die aus mir persönlich völlig unerfindlichen Gründen immer wieder in Parks, Seen, Teichen, auf dem Bürgersteig oder in den Vorgärten landen.

Vor einiger Zeit sah ich dann eine Intagram Story von DariaDaria, wo sie wanderte und erzählte, dass sie immer eine kleine Mülltüte dabei hat, um in der Natur den Müll aufzusammeln und dann in den nächsten Mülleimer zu werfen. In der Natur ist das natürlich noch viel wichtiger, aber ich dachte, ich setze das einfach mal in meiner Nachbarschaft um.

Also schnappte ich mir eine Plastiktüte (die paar, die man nicht umgehen kann, werden natürlich bei uns für solche Anlässe gesammelt) und gab mir 15 Minuten Zeit, um bei einem Spaziergang vor allem Plastikmüll aufzusammeln.

Das Ergebnis: Ernüchternd und Faszinierend.

Nach 10 Minuten war meine Tüte zum Bersten voll und ich habe nicht die Hälfte von dem mitgenommen, was ich unterwegs gesehen habe, sondern wirklich nur die Plastikverpackungen. Das meiste davon lag auf einem Grünstreifen, auf dem ungefähr alle 10m ein Mülleimer steht. Trinkpäckchen, Dosen, Take Away Verpackungen, Plastiktüten, alte Autositze, Kleidung, Kabelbinder, Chipstüten, Briefe, Pakete ohne Inhalt, die Vielfalt was faszinierend!

Die Tüte landete natürlich anschließend im gelben Sack, genau wie die Handschuhe, die ich mir dann doch sicherheitshalber angezogen habe.

Meine Erfahrung

Etwas unangenehm war es mir am Anfang schon, alleine umher zu laufen und Müll zu sammeln. Leute schauten irritiert und ich fühlte mich nicht besonders wohl. Als sich die Tüte dann aber schnell füllte, machte ich mir klar, wie wichtig es ist, dass das auch Leute sehen. Vielleicht werfen sie nicht 5min später etwas in die Natur oder kommen vielleicht sogar selbst auf die Idee, einfach mal etwas aufzuheben und ordentlich zu entsorgen.

Ich werde sicher nicht ständig mit einer Tüte umherziehen und den Müll wegräumen, aber ich bin überzeugt, dass die Hemmung, etwas achtlos in die Natur zu werfen, wenn dort noch nichts liegt, deutlich höher ist. Das Plastik sieht nicht nur hässlich aus, es wird auch nicht einfach von alleine verschwinden. 450 Jahre braucht eine Plastikflasche vermutlich, bis sie halbwegs abgebaut ist.

Da ich vermute, dass alle die diesen Artikel lesen sowieso ihren Müll trennen und ordentlich entsorgen, muss ich das wohl nicht extra sagen. Aber:

Ich will euch also ermutigen, öfter einfach mal anzufassen. Mittlerweile relativ bekannt ist das 5 Minute Beach CleanUp, was mit Sicherheit noch einmal deutlich wichtiger ist, aber ich finde, wir können auch ohne Strand manchmal 5 Minuten unserer Zeit nehmen, um ein bisschen aufzuräumen und vielleicht dafür zu sorgen, dass Tiere und Umwelt nicht so sehr unter unserem Müll leiden und vielleicht potentielle „Wildentsorger“ von einem sauberen Stück Wiese abzuschrecken. Vielleicht starten wir einfach das #5MinuteParkCleanUp! Seid ihr dabei?

Schaut unbedingt auch bei den anderen tollen Beiträgen im nachhaltigen Adventskalender vorbei!

Was denkt ihr zu dem Thema? Habt ihr schonmal in eurer Umgebung „aufgeräumt“?

Anni

12 Kommentare

  1. Liebe Anni, auch für mich ist es einfach ein Rätsel,warum die Leute ihren Müll einfach irgendwo hinwerfen – sei es gedankenlos oder mit Absicht.
    Letzten Endes landet er doch in ihrer Umwelt. Mittlerweile habe ich beim Wandern immer eine Mülltüte dabei. In der Natur habe ich zusätzlich noch Angst um die Tiere, die den Müll vielleicht fressen oder hineinkriechen und sterben müssen.
    Liebe Grüße
    Tolle Idee von dir, mal darauf aufmerksam zu machen!

    1. Genau, vor allem um die Tiere mache ich mir da auch am meisten Sorgen. Und gerade beim Wandern, wo man wirklich in der wilden Natur ist, ist jedes Stück Plastik ein Dorn im Auge. Ich finde es toll, dass du das schon immer machst, du bist da auf jeden Fall auch mit Inspiration für mich :)

  2. erst letztens war ich mal wieder im wald spazieren und kam an einer stelle vorbei, die absolut zugemüllt war – alte autoreifen etc. mich hat das so wütend gemacht und ich habe mich in dem moment mal wieder gefragt, wer denn so scheiße ist und sein zeug einfach in die natur wirft. ich finde das wirklich schrecklich. auch müll am strand liegen zu lassen, der dann ins meer gespült wird… werde versuchen, mir anzugewöhnen, eine mülltüte mitzunehmen und kleine teile aufzuräumen. bei uns ist es zum glück recht sauber, aber als ich letztens in berlin war, bin ich auch vor dem ganzen dreck erschrocken…

    1. Hi Luisa,
      ja, solche Stellen habe ich auch schon öfter erlebt und mich macht es auch unglaublich wütend. Gerade am Meer ist es natürlich nochmal irgendwie heftiger, da wird ja auch viel aus dem Meer raus an den Strand gespült, was da schon ewig drin rum schwimmt. Wenn es wieder ein bisschen weniger eklig ist, werde ich die Aktion auch nochmal am Strand wiederholen.

  3. Hey :)
    Das ist wirklich eine tolle Aktion. Meine Oma hat das immer gemacht. Sie hatte ein kleines Grundstück im Wald und selbst da drumherum lag viel Müll. Allerdings hat sie auch die Waldwege gefegt.^^ Vielleicht mache ich das jetzt während der freien Tage mal, Zeit ist da ja genug. Und Müll vermutlich auch. Für all diejenigen, die zu Weihnachten noch eine „gute Tat“ vollbringen wollen, wäre das doch auch was. :)
    Liebe Grüße,
    Lucia

    1. Hi Lucia, haha, die Waldwege fegen ist sportlich! Aber ich denke wirklich, wenn man in seinem Umfeld anfängt, inspiriert man vielleicht doch den ein oder anderen und viel Müll der da so liegt, ist ja auch nicht eklig, sondern halt einfach achtlos weggeworfene Alltagsgegenstände und Verpackungen. Und ja, eine gute Tat ist immer gut! Liebe Grüße und schöne Feiertage dir! Anni

  4. Hervorragende Idee!
    Danke fürs wieder ins Gewissen rufen, wie wichtig das eigentlich ist…

    wunderschöne Feiertage dir!
    Hanna

    1. Vielen Dank Hanna! Ja, manchmal vergisst man gerade die Dinge, an denen man täglich vorbei geht. Dir auch wunderschöne Feiertage! Anni

  5. Ich denke auch, dass dafür eine gewisse Hemmschwelle überwunden werden muss. Ich finde es toll das du da mit guten Beispiel voran gehst! Ich werde in Zukunft öfters daran denken eine Tüte mitzunehmen und im vorbeigehen mal ein paar Sachen einzupacken… Lg Sabine

    1. Das freut mich sehr! Ja, die Überwindung ist auf jeden Fall da. Aber so ist das ja bei den meisten guten Sachen: Erst muss man sich überwinden, um etwas gutes zu bewirken. Liebe Grüße Anni

  6. Das ist eine echt gute und sehr starke Aktion von dir. Ich bin beeindruckt, und noch mehr bestärkt, nichts wegzuwerfen. Ich bin in einer sehr sauberen Umgebung am Land aufgewachsen, da wäre jeder Futzel Müll sofort krass aufgefallen, da habe ich gelernt, dass das einfach unmöglich ist. DEshalb wundere ich mich oft mit der gedankenlosen Leichtigkeit, mit der andere ganz offensichtlich und öffentlich ihren Müll zu Boden werfen.

    1. DAs ist auch so ein bisschen meine Hoffnung. Wenn da einfach nichts liegt, kommt vielleicht auch niemand auf die Idee, sein Zeug einfach fallen zu lassen. Mir geht es genau wie dir und ich bin in sehr sauberer Umgebung eher ländlich aufgewachsen und finde das an Städten ganz schlimm. Aber vielleicht können wir damit einen kleinen Beitrag leisten :)

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