Drei Monate Shoppingverbot – Ein Experiment

Hallo ihr Lieben,

im Januar begann ich mein Fast Fashion fasten und stieg komplett auf Second Hand und faire Mode um. Nun, fast ein Jahr später, wird es für mich Zeit für einen Schritt weiter: Ein Shoppingverbot für Kleidung.

Mit dem Beginn des Novembers startete auch das Experiment: 3 Monate nicht shoppen. Einige von euch denken sich jetzt wahrscheinlich „Wo ist das Problem, ich kaufe eh nicht öfter neue Sachen“ und euch möchte ich einen dicken Daumen nach oben geben. Für mich werden die nächsten drei Monate aber mit Sicherheit eine Challenge. Ich beschäftige mich gerne mit Mode und Kleidung und habe unglaublich viel Spaß daran auf die Jagd nach gebrauchten, außergewöhnlichen Teilen zu gehen. Damit soll nun aber vorerst Schluss sein.

Warum gleich ein Verbot?

Ich denke es ist ähnlich wie mit so vielen Sachen. „Ein bisschen“ ist so viel schwerer umzusetzen, als eine radikale Entscheidung. Solange ich „ab und an mal ein Glas“ Alkohol trinke, werde ich immer wieder in Versuchung kommen. Leute werden mich einfach aus Höflichkeit fragen, ob ich mit trinken will und ich muss jedes mal abwägen. Ich mache jetzt einfach einen radikalen Schnitt, vor allem für mich selbst. Wenn ich mir z.B. ein Teil im Monat „erlauben“ würde, würde ich trotzdem weiter gucken, in Läden gehen, online recherchieren und auf Kleiderkreisel rumhängen. Ein Verbot für mich selbst, hält mich davon ab. Was ich nicht weiß und was ich nicht sehe, macht mich nicht heiß.

Was sind meine Gründe?

  1. Je mehr man sich mit dem Thema Mode und den damit verbunden Problemen auseinander setzt, desto schwerer wird es, entspannt Kleidung zu kaufen. Und das ist auch sehr gut so. Der wichtigste Schritt, ganz unabhängig von den offensichtlichen Sachen (Qualität kaufen, Kleidung pflegen, auf gebrauchte und faire Kleidung umsteigen), ist den Konsum generell herunter zu fahren. Auch wenn keines der Teile, die ich seit letztem Januar gekauft habe, Leid gebracht hat und alles so gut wie möglich für die Umwelt war, so ist das Beste für die Umwelt doch, nichts zu kaufen.
  2. Geld. Denn auch gebrauchte und vor allem faire Sachen kosten. Ich strukturiere gerade meine Selbstständigkeit um und möchte eigentlich so viel Geld wie möglich zusammen halten. Wenn ich etwas ausgebe, dann soll das für Essen, meine Gesundheit und für Erlebnisse sein, nicht für noch mehr Kleidung. Denn:
  3. Wenn ich ehrlich bin, habe ich alles was ich brauche. Natürlich findet man immer wieder Sachen, die man „braucht“, die man toll findet und sich wünscht. Aber ich habe Stiefel, dicke Jacken und Pullis, ich bin für den Winter gewappnet.
  4. Noch immer verbringe ich meiner Ansicht nach zu viel Zeit mit Online-Shopping, auch wenn ich nicht viel kaufe. Ich lese Newsletter, scrolle durch die Seiten von Fair Fashion Labels, verhandle auf Kleiderkreisel. Diese Zeit möchte ich gerne sinnvoller nutzen. Mit Lesen zum Beispiel.
  5. Platz. Schon jetzt handle ich eigentlich nach der Regel: Wenn ein Teil kommt, muss auch eins gehen. Doch trotzdem nimmt mir meine Kleidung einfach zu viel Platz weg. Eine Kommode, eine Kleiderstange und eine „Andere Jahreszeiten Kiste“, mehr muss es nun wirklich nicht werden. Also ist jetzt einfach mal Aufnahmestopp.
  6. Oft denke ich „Dieses Teil brauche ich, wenn ich das hätte, wäre mein Kleiderschrank perfekt“. Das denke ich ungefähr alle 2 Wochen. Von diesem Gedanken will ich mich lösen und endlich die Teile, die ich habe, richtig nutzen.

Was sind meine Erwartungen?

Ich hoffe, dass dieses Experiment eine ähnliche Wirkung auf mich hat, wie das „3 Monate Fair Fashion“ und das „3 Monate kein Fleisch“ Experiment: Dass ich danach einfach nicht wieder anfangen will. Wenn ich etwas brauche, dann möchte ich das natürlich kaufen, aber ich will vor allem mit dem arbeiten, was ich habe. Ich will Teile tragen, bis sie kaputt gehen und bei jedem Kleidungsstück wissen, dass sich der Kauf gelohnt hat. Ich hoffe, dass ich das Experiment ausweiten kann und vielleicht zu 6 Monaten mache, aber ein Schritt nach dem anderen. Sechs Monate fühlt sich gerade zu groß an.

Für den Blog bedeutet das keine Veränderung. Es wird weiter das ein oder andere Fair Fashion Outfit geben, denn mittlerweile ist mein Kleiderschrank ganz gut umgestellt. Außerdem werde ich versuchen alle 4 Wochen über meine Erfahrungen zu berichten.

Gibt es Ausnahmen?

Das Shopping Verbot wird folgende Dinge einschließen: Kleidung, Schuhe, Accessoires, Taschen, Schmuck (nicht dass ich die letzten 4 Punkte regelmäßig kaufen würde, aber trotzdem der Vollständigkeit halber). Generell werde ich versuchen, nichts neues (für mich) zu kaufen, also auch keine Bücher, Filme, Bastelsachen, Kosmetik etc, aber dafür möchte ich mir kein Verbot auferlegen. Ich werde auch darüber mit berichten.

Ich habe mir selbst einen „Joker“ gesetzt. Wenn ein unersetzliches Teil den Geist aufgibt, darf ich mich um einen Ersatz kümmern. Wenn beispielsweise meine geliebte schwarze Hose unreparierbar kaputt gehen sollte, dann darf ich mir eine neue kaufen. Ich bin außerdem noch nicht ganz sicher, wie ich zu Tauschparties stehe. Ich war länger auf keiner, aber ich kann mir gut vorstellen, dafür eine Ausnahme zu machen, da diese mit keinem der oben genannten Gründe kollidieren. Ich verbringe keine Zeit mit Recherche, gebe kein Geld aus, der Platz bleibt ausgeglichen und es findet kein klassischer Konsum statt.

Ich teile das hier mit euch, weil ich weiß, dass ich es so eher durchziehe.
Jetzt ist es ausgesprochen und viele Augen gucken darauf, wenn ich schlapp mache.
Also, willkommen zum Experiment: 3 Monate Shopping-Verbot.

Habt ihr auch schon einmal über ein Shoppingverbot oder Fasten nachgedacht? Oder habt ihr vielleicht sogar Lust, mitzumachen? Dann schreibt mir in den Kommentaren!

Anni

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9 Kommentare

  1. Liebe Anni, o je, das würde mir nicht leicht fallen. Drei Monate sind ja doch eine recht lange Zeit. Ich bin gespannt, wie leicht oder schwer dir der Verzicht fällt! Viel Erfolg beim Fasten!

    1. Danke! Ich bin auch sehr gespannt, wie leicht oder schwer es mir fällt. Wird bestimmt interessant :)

  2. Das Experiment ist wirklich super! Ich habe super viel auf Kleiderkreisel verkauft, sodass Oberteile, Pullis, Jeans sowie Unterwäsche – also alles bis auf Jacken und Socken – momentan in 2 Schubladen passen. Mein Freund und ich möchten, wenn wir ausziehen, nur 1 Kleiderstange pro Person mitnehmen. Wahrscheinlich besitze ich noch nicht mal 1 volle Kleiderstange, aber ich bin absolut zufrieden mit meinen Sachen, und habe mir vorgenommen nächstes Jahr insgesamt nur 5 neue Teile zu kaufen.

    Ich drück‘ dir die Daumen, du packst das!

    Liebe Grüße
    Laura

    1. Hallo Laura!
      Das klingt super, eine Kleiderstange fände ich auch mega gut, vor allem für Umzüge! Ich denke auch dass ich das schaffe und bin schon jetzt sehr gespannt, wie es meine Denken verändert. 5 Teile in einem Jahr sind auch eine spannende Lösung. Ich schau mich jetzt erstmal auf deinem Blog um 😍
      Liebe Grüße
      Anni

  3. Liebe Anni,
    das ist wirklich ein sehr spannendes Projekt und ich finde es richtig toll, dass du es wagst!
    Ich hab auch schon öfter solche Sachen ausprobiert, wie „Ein Monat Vegan“, „Plastik(müll)-Fasten zur Fastenzeit“ usw. Solche „Verbote“ katapultieren einen raus aus der comfort-zone und manchmal wirds richtig unbequem, aber wenn man es erst mal überstanden hat, sieht man die Welt ganz anders. Egal, ob man dann nie wieder einkaufen geht (in deinem Fall) oder ob du einfach viel bewusster Shoppingentscheidungen triffst und weniger Zeit auf Onlineshops verbringst, dann hat sich die Challenge schon gelohnt.
    Wünsch dir viel Kraft und Erfolg!
    Alles Liebe,
    Mira

    1. Hallo liebe Mira,
      vielen Dank für deine lieben Worte!
      Ja, solche Challenges verändern immer den Blick und dafür lohnen sie sich schon.
      Ich werde berichten!
      Liebste Grüße aus Hamburg
      Anni

  4. […] und ist sehr sehr warm. Fast schon zufällig stieß ich dann auf dieses Modell – einen Tag, bevor mein Shoppingverbot begann. Ich unternahm auf Kleiderkreisel einen letzten Versuch, eine günstige Winterjacke zu finden […]

  5. […] gibt es ein kleines Shoppingverbot Update! Falls ihr nicht wisst, worum es geht: Hier könnt ihr noch einmal alles zu meinen Gründen und Bedin… Vier Wochen halte ich nun schon durch und vor allem am verganenen Wochenende ist man ja mit […]

  6. […] es aber los mit dem eigentlichen Thema: Advents DIY. Ich befinde mich gerade in Monat zwei meines dreimonatigen Shoppingverbotes, deswegen wollte ich etwas basteln, für das ich 1. alle Materialien zuhause habe und das mir 2. […]

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