6 Monate ohne Fast Fashion | Nachhaltigkeit

Fast Fashion

*english version available*

Hallo ihr Lieben,

Anfang Februar kaufte ich das letzte Mal etwas bei H&M: Eine Bluse für ein Vorstellungsgespräch. Das war bisher mein letztes Fast Fashion Teil, seitdem bin ich komplett auf Slow, Fair und Second Hand Fashion umgestiegen. Die letzten Monate konntet ihr hier immer wieder Fair Fashion Outfits sehen und die Reise ist noch nicht zu Ende.

Heute möchte ich meine Erfahrungen und ein paar Tipps und Gedanken zu dem Thema mit euch teilen.

Wieso habe ich aufgehört, Fast Fashion zu kaufen?

Vor der Bluse im Februar war etwa ein Jahr lang schon nur noch sehr wenig in meinem Einkaufskorb gelandet. Angefangen hat alles beim Minimalismus, ging über zur Nachhaltigkeit und damit stieß ich auf immer mehr YouTube Kanäle und Blogs, die sich mit dem Thema Slow Fashion beschäftigen. Ich schaute die Dokumentation „The True Cost“ auf Netflix und hörte auf, regelmäßig Hauls zu schauen oder auf Seiten wie Asos herumzulungern. Stattdessen beschäftigte ich mich mit Fair Fashion Blogs und Kanälen, fairen Marken und setzte mich intensiv mit der Kleidung auseinander, die ich habe. Ich versuchte Mini-Capsule-Wardrobes und kam damit ziemlich gut zurecht. Und beschloss, es einfach mal zu probieren: Nur noch Slow und Fair Fashion.

Also kauft man gar nichts mehr?

Anfangs dachte ich, dass sich das Thema neue Klamotten damit für mich erstmal erledigt hat. Gute Fair Fashion kann ich mir kaum leisten und Second Hand finde ich nicht immer das, was ich brauche.  Stattdessen stieß ich auf ein paar wunderbare Methoden, wie ich trotzdem Abwechslung in meinen Kleiderschrank bringen kann, allen voran die Tausch-Parties. In Hamburg bietet sich dazu natürlich eher die Gelegenheit als in kleineren Städten, aber wenn ihr die Chance habt, so etwas selbst zu initiieren: Traut euch! Man bringt wenig getragene Teile mit und nimmt neue Sachen mit. Kostet nichts, ist die umweltfreundlichste Methode neue Kleider zu bekommen und macht auch noch unheimlich Spaß. Second Hand habe ich auch mal wieder über Ebay probiert – und ein paar echte Schnäppchen gemacht. Und die Fair Fashion Labels: 1. relativiert sich der Preis, wenn man weniger kauft. Und die Sachen halten in der Regel deutlich länger. Und zweitens gibt es auch hier Sales. Also mit ein bisschen Geduld kann man Basics auch so wunderbar bekommen, ohne sich in den finanziellen Ruin zu treiben.

Großstadtdschungel

Doch aller Anfang ist schwer…

…und nicht immer gibt es eine gute, faire Lösung. Der Markt ist leider einfach noch immer zu klein. Manche Sachen muss man beispielsweise einfach anprobieren, ich bin nicht der größte Fan davon, alles online zu bestellen und die Auswahl an fairer Mode in Läden hält sich einfach in Grenzen. Für Unterwäsche, Strumpfhosen und Socken beispielsweise habe ich noch keinen guten Ersatz gefunden. Hierfür gehe ich dann meistens zu TK Maxx, das sind wenigstens die ausgemusterten Teile der Marken. Habt ihr da vielleicht Tipps und Empfehlungen?

Und wie geht es weiter?

Grundsätzlich möchte ich gerne so weitermachen. Es wird bestimmt weiterhin ab und an mal ein Teil geben, dass ich nicht unkompliziert fair oder gebraucht bekomme. Bei Schuhen beispielsweise weiß ich noch nicht, wie ich weitermache. Doch es gibt nicht nur ganz oder gar nicht. Wenn man doch mal schwach wird, ist das auch kein Weltuntergang. Jedes Teil, was fair gekauft wird, kurbelt die richtige Industrie an und jedes Teil was Second Hand gekauft wird, ist gut für die Erde und die Umwelt.

Mein Fazit:

Ich bin sehr zufrieden damit, wohin mich dieser Weg bisher geführt hat. Ich gehe noch bewusster mit dem um, was ich habe und jedes Teil, was ich habe, habe ich bewusst. Fehlkäufe finden quasi nicht mehr statt und die Zeit die ich gerade spare (in der ich sonst von Sale zu Sale getingelt bin) kann ich sehr gut gebrauchen.

Ich empfehle sehr, sich Verbündete zu suchen. Ich bin beispielsweise in der tollen Facebook Gruppe von My Green Closet und nehme momentan am 3 Monate Fast Fashion Fasten teil. Der Austausch ist klasse, man lernt tolle neue Marken kennen und entfernt sich jeden Tag ein bisschen mehr von der Fast Fashion Kultur. Und an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Fair Fashion Blogger, die informieren und einen Weg gefunden haben, Mode und Nachhaltigkeit zu vereinen.

Hier kommt ihr zu allen Fair Fashion Outfits:
Mit Pilz im Großstadtdschungel
Fairer Rock und Lieblingshemd
Punkte, Geister und Felsen
Im Wintergewand

Habt ihr Ideen für weitere Posts zu dem Thema? Ich denke ich werde euch hier demnächst mal meine liebsten Fair Fashion Blogger vorstellen. Vielleicht kommt auch noch etwas zum Thema Capsule Wardrobe? Auf jeden Fall ist gerade ein Beitrag zum Thema Fair und Second Hand Fashion in Hamburg in Arbeit. Schreibt mir eure Ideen und Meinungen in die Kommentare!

Und jetzt euch allen noch ein schönes Wochenende!
Anni

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6 Kommentare

  1. Charlotte sagt: Antworten

    Ich bin ja auch schon vor einer Weile auf Second Hand und faire Kleidung umgestiegen; leider hat es nicht immer geklappt, das richtige zu finden, was mich dann aber immer ärgert. Gerade bei den Arbeitsklamotten, die ich wirklich kurzfristig gebraucht habe, war so schnell eben nichts anderes zu machen. Aber wie du schon sagst: jedes faire bzw. Second Hand-Teil ist ein Schritt in die richtige Richtung, insofern dadurch ein Neukauf vermieden wird, Bei der Unterwäsche bin ich allerdings auch noch nicht umgestiegen, weil ich bisher noch nichts brauchte… aber bei jeder Socke mit Loch kommt die Frage wieder auf ;) Es gibt zwar ein paar ansprechende faire Label, die Sachen kann man aber alle leider nur im Internet bestellen. Und wenn es dann nicht gut sitzt ist es auch schade um Geld und Versandmüll. Dennoch werde ich es demnächst vielleicht mal wagen, z. B. bei „ehrlich textil“. Dadurch, dass es keine Zwischenhändler gibt, sind die Sachen auch noch mal günstiger!

    1. Hallo Charlotte :)
      Ja, ehrlich Textil habe ich auch auf dem Schirm, das klingt eigentlich alles ganz gut. Toll ist auch bei hessnatur, dass man Bewertungen von Kunden sehen kann – die sind meiner Erfahrung nach sehr treffend. Aber ich kann mich mit dem Bestellen einfach noch nicht so ganz anfreunden. Gefühlt kaufe ich da immer mehr, wenn es schon mal bei mir zuhause ist. Ich glaube für Socken (und Loggins) ist z.B. thought Clothing ziemlich gut, die hab ich auch schon in der Hand gehabt und die fühlen sich gut an :)

  2. Charlotte sagt: Antworten

    Wo kann man das denn kaufen?
    … und seit wann nennst du mich Charlotte? :D

    1. Seit du als Charlotte Kommentare schreibst :D Hier gibts die Socken: https://www.wearethought.com/women/, aber ich habe sie auch schon öfter in Läden gesehen, die faire Kleidung haben.

  3. Interessanter Artikel mit interessanten Ansätzen. Die Tauschpartys klingen spannend, allerdings gibt es das in wahrscheinlich wirklich nur in größeren Städten. Ich versuche ebenfalls den Weg zu gehen, weniger zu brauchen und zu kaufen. Ich muss sagen, dass ich sehr gut damit klar komme und mir schon Ewigkeiten nichts mehr gekauft habe. Mein Kleiderschrank gibt jederzeit genügend Kombinationsmöglichkeiten aus den bereits vorhandenen Sachen her :)

    1. Hallo Nadine!
      Tauschparties gibt es tatsächlich auch in kleineren Städten. Sobald es eine Hochschule gibt, gibt es oft auch solche Veranstaltungen. Auf meiner ersten Tauschparty war ich beispielsweise in Fulda. Aber dein Weg ist natürlich der Beste: Zufrieden sein, mit dem was man hat! Dann braucht man auch keine Tauschparties :)
      Liebe Grüße!
      Anni

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