Bullet Journal – Wie ein Notizbuch produktiv und aktiv macht

Mein Bullet Journal

Hallo ihr Lieben,

nach mehrfachen Nachfragen kommt heute endlich mein Beitrag zum Thema Bullet Journal. Ich bin damit etwas spät dran, der große BuJo Hype ist glaube ich schon vorbei. Für alle, die bisher nicht auf den Zug aufgesprungen sind, möchte ich aber heute einen kleinen Erfahrungsbericht geben, eine Liebeserklärung an die Idee und gleichzeitig mit ein paar Vorurteilen aufräumen. Warum schwöre ich seit Monaten auf das Notizbuch-System und habe alle anderen Organisationssysteme seit der Entdeckung hinter mir gelassen? Und wie nutze ich mein BuJo?

Zuerst einmal: Was ist eigentlich ein Bullet Journal?

Entwickelt hat das Konzept Ryder Carroll, ein Produktdesigner aus New York. Er hat nach einer Möglichkeit gesucht, Kalender, Notizbuch und Tagebuch zu verbinden und es uns leichter zu machen, ein organisiertes und achtsames Leben zu führen. Und das ganz ohne teure Bücher, ausgefallene Technik oder ausgeklügelte Systeme. Alles was du brauchst, ist ein leeres Notizbuch und einen Stift. Der Rest liegt dann an dir. Es geht um „Rapid Logging“, die essentiellen Dinge schnell und übersichtlich zu Papier bringen, damit man nicht schnell wieder die Lust am Medium verliert. Ein Bullet Journal setzt sich klassischerweise aus vier Komponenten zusammen: topics, page numbers, short sentences und bullets und entsteht Stück für Stück, während man es nutzt.

Auf jede Seite kommt eine Überschrift, darunter die „Bullets“, die nach Events, Aufgaben und Notizen gekennzeichnet werden. Wenn du eine Aufgabe erfüllt hast, kennzeichnest du sie entsprechend. Zusätzlich zu den „Standardseiten“ gibt es verschiedene Module: Den Index, das Future Log, sowie Monthly und Daily Logs.

Schaffst du die Aufgaben im vorgenommen Zeitraum nicht, verschiebst du sie in den nächsten Abschnitt. Alle To Dos, die noch nicht als erledigt makiert sind, übernimmst du also einfach weiter.  So viel zur klassischen Theorie. Klingt erstmal wie eine Wissenschaft für sich, ist aber ganz leicht, wenn man erstmal loslegt.

Auf der offiziellen Website von Bullet Journal könnt ihr euch schön animiert Schritt für Schritt angucken, wie man so ein Lebensorganisations-Büchlein eigentlich aufbaut.

Das Internet hat daraus natürlich sein eigenes Ding gemacht und viele weitere Module entwickelt. Für jeden ist etwas anderes wichtig und das tolle am BuJo ist, dass es wirklich deins ist, angepasst an deine Bedürfnisse und deine Wünsche.

 

Mein Bullet Journal

 

Wie nutze ich mein Bullet Journal?

Mein Bullet Journal ist für mich vor allem ein Werkzeug. Das Leben, die Selbstständigkeit, Projekte, Aufgaben und Termine zu koordinieren ist manchmal gar nicht so leicht.

Ich mag es, ein Notizbuch zu haben, das alles Wichtige für mich beinhaltet. Kalender, Notizbuch, Ideensammler und Ersatzgehirn in einem. Früher hinterließ ich überall Listen, die lagen herum und wenn ich unterwegs war, lag die Einkaufsliste doch wieder Zuhause. Jetzt habe ich alles immer zusammen, kann nichts mehr vergessen und habe das Gefühl, meinem Kopf wird dadurch eine große Last abgenommen.

Der Großteil meines BuJos sind tatsächlich To Do Listen. Ich unterscheide nicht nach Events und Aufgaben, das wird mir zu chaotisch. Ich schreibe vor allem auf, was ich akut zu tun habe. Dazu gehören manchmal auch Sachen wie einkaufen und Wäsche waschen. Ich setze mich oft am Vorabend hin, schreibe mir auf, was mit welcher Priorität zu tun ist und muss am nächsten Tag nur noch „machen“.

 

Mein Bullet Journal

Welche Module nutze ich?

So ist mein BuJo aufgebaut: Index, Key, Langzeitziele, Geburtstage, gesehene Filme/gelesene Bücher, Future Log (Termine für Folgemonate), Ideen für Projekte, Blogpost Ideen, danach kommen die einzelnen Monate.

Auf dem Bild seht ihr, wie so ein Monat bei mir aufgebaut ist. Eine Übersicht über alle Tage und Platz für die wichtigsten Termine, Ziele und To Dos für den Monat (da steht sonst sowas wie „Steuererklärung fertigmachen“ drin), eine Übersicht über meine Social Media Zahlen am Anfang und Ende des Monats und Notizen für den nächsten Monat.

Außerdem gibt es jeden Monat einen „Tracker“ für Aufgaben, die ich mir täglich vornehme, z.B. meditieren, 15min Cleaning oder mindestens 5km laufen. Im Titelbild seht ihr, wie gut/schlecht das klappt. Jeden Monat habe ich zusätzlich noch eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben, aktuelle Aufträge mit Deadlines und eine Übersicht über geplante und veröffentlichte Blogposts. Der Rest sind To Do Listen.

 

Mein Bullet Journal

 

Die Vorurteile

1. Ein Bullet Journal muss hübsch sein. 

Gibt man bei Pinterest, Instagram oder YouTube „Bullet Journal“ ein, bekommt man oft perfekt gestylte, wunderschöne Version des schnellen Kalenders zu sehen. Geletterte Monatsübersichten, hübsche Zeichnungen und Collagen mit fancy Sticky Notes. Ein Bullet Journal sollte vor allem eines sein: Funktional. Der Erfinder hatte keinerlei Firlefanz in seiner Idee vorgesehen, im Gegenteil. Ein BuJo ist also nicht ein hübsches Gimmick, lasst euch davon nicht tauschen. Wer Spaß daran hat, das Buch so zu verzieren: Wunderbar, damit macht die Nutzung bestimmt noch mehr Spaß! Manchmal schaffe ich das auch. Meistens jedoch nicht und das ist völlig okay.

 

2. Ein Bullet Journal kostet viel Zeit.

Siehe Punkt 1. Wenn man einmal das richtige Set Up für sich gefunden hat, geht das alles super fix und kostet wirklich nur einmal im Monat ein paar Minuten, um den neuen Monat aufzusetzen.

 

3. Ein Bullet Journal ist unübersichtlich.

Für andere mag das oft so aussehen. Aber es ist dein eigenes System und du weißt ganz genau, was wo steht. Es muss nicht für andere sinnvoll aufgebaut sein, sondern nur für dich.

 

Mein Bullet Journal

 

Wie macht denn nun ein Notizbuch produktiv und aktiv?

Durch Gamification. Egal wie schwer mir eine Aufgabe fällt, sobald ich aufleveln kann oder eineBelohnung bekomme, bin ich dabei. Für mich ist mein Bullet Journal wie ein Spiel. Jeden Abend mache ich ein Check-In und schaue mir an, was ich den Tag über geschafft habe. Vor allem bei meinen Daily Tanks (meditieren, viel bewegen, genug trinken,…) freue ich mich über jedes Kästchen, was ich ausfüllen kann und bin stolz wie Oskar, wenn ich einen Monat lang eine Zeile komplett ausgefüllt habe. Dieses tägliche reflektieren in Form von Kästchen ausfüllen bewirkt bei mir Wunder. Es gibt am Ende des Monats keine Entschuldigung. Die Kästchen bleiben leer, wenn ich meine Aufgabe nicht erfüllt habe und das frustriert mich. Wenn ich etwas einen Monat komplett durchgehalten habe, dann fliegt die Zeile oft im nächsten Monat raus, denn dann habe ich das Verhalten bei mir etabliert. Ich habe daran unglaublich viel Spaß und ähnlich funktioniert es auch bei den To Do Listen. Wenn ich auf einer Seite alle Aufgaben mit einem dunklen Kästchen makiert habe, bin ich stolz auf mich.

 

Material und Inspiration

Mein Bullet Journal ist dieses Notizbuch von Idena*, aus FSC zertifiziertem Papier und kariert. Als Stifte benutze ich einfach, was gerade herumliegt. Für ein bisschen Inspiration findet ihr hier meine Bullet Journal Pinterest Pinnwand und hier (deutsch, von Jasminar), hier (englisch, von withwendy) und hier (englisch, von Bullet Journal selbst) noch drei Videos, wo man etwas mehr vom Buch sieht.

 

Fazit

Ein Bullet Journal ist nicht für jeden die richtige Lösung, aber auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn man mit seinen eigenen schlechten Gewohnheiten kämpft. Würde ich noch immer zu viel shoppen gehen, würde ich mir für jeden Tag, den ich nichts kaufe ein Kästchen machen – und mich daran erinnern, dass ich mein Ziel heute geschafft habe und stolz auf mich sein.

Wichtig ist, den Fokus auf die Sachen zu legen, die man schafft, nicht auf die, die man nicht schafft. Seit ich mein Bullet Journal habe, habe ich kaum noch etwas vergessen, schleppe keine 4 verschiedenen Bücher mehr mit mir herum und habe alles an einem Ort.

 

 

Ich würde das System nicht mehr missen wollen und bin gespannt was eure Gedanken und Erfahrungen sind!

 

*die gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links, wenn ihr darüber etwas kauft, bekomme ich einen kleinen Betrag :)

4 Kommentare

  1. Hey Annika,
    ich versuche seit einiger Zeit mein BuJo zu führen. Eine ganze Zeit funktionierte das super, aber irgendwie schleift es im Moment mehr. Ich finde aber auch, dass man jedes Mal wieder von Neuem dort einsteigen kann. Das ist das Schöne am BuJo. Großer Aufwand ist es ja auch nicht wieder „zurück zu kommen“, denn nur je nachdem was man sich vornimmt zu tun, ist der Aufwand mal größer oder eher weniger groß. Bin einfach begeistert und würde gern wieder regelmäßiger mein BuJo führen. Danke für den schönen Einblick!

    Liebe Grüße
    Saso

    1. Hallo Saso,
      ich habe auch Phasen wo es mehr oder weniger genutzt wird oder ich es mal schleifen lasse, ich glaube das ist bei einem System, wo nicht alles schon vorher eingetragen ist ganz normal.
      Freut mich, dass dir der Einblick gefallen hat und viel Erfolg mit deinem BuJo!
      Liebe Grüße!
      Anni

  2. Ich benutze einen Kalender. Mal mehr mal weniger exzessiv. So wäre das bei einem Bullet Journal wohl auch. Auf den Notizseiten habe ich auch mal Habbit Tracker vom Bullet Journal übernommen. Finde Jasminars Videos dazu auch sehr inspirierend.

    1. Hallo Wiebke,
      ja, darüber hatte ich auch erst nachgedacht, die coolen Bullet Journal Elemente einfach in den Kalender zu übernehmen. Es geht ja einfach darum, dass man alles hat, was man braucht.
      Liebe Grüße!
      Anni

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