Schluss mit Rapunzel – Haare spenden für den guten Zweck

Schluss mit Rapunzel - Haare spenden für den guten Zweck

Hallo ihr Lieben,

vorgestern war es soweit: Die Zeit des Rapunzelhaars ist vorbei. Nach langem Überlegen und intensiver Recherche habe ich mich entschieden, meine Haare abschneiden zu lassen, um sie zu spenden. Auf meinem Blog gibt es zwar nicht besonders viele Fotos von mir, aber wenn ihr mir schon länger folgt, habt ihr bestimmt schon mitbekommen, dass meine roten Haare mir zuletzt bis zur Hüfte reichten. Der Schritt war also ein großer, auch wenn meine Haare noch immer relativ lang sind. 30 cm habe ich abgegeben, da sieht man den Unterschied doch deutlich. Heute erzähle ich euch von meinen Erfahrung, meinem Fazit und wie und wo auch ihr Haare spenden könnt.

 

Wie lief das ab?

Bei meiner Recherche stieß ich auf die Perückenmacherinnen von „Königinnen“ in Hamburg. Ich rief dort an, weil ich dachte, dort mehr Infos bekommen zu können und wurde direkt eingeladen: Am 2.3. war Haarspendeabend im Studio und ich bekam einen Termin. Diese Haarspendeabende finden einmal im Monat statt. Der Vorteil hierbei: Die Spende geht direkt an die Perückenmacherinnen und man bekommt auch noch einen kostenlosen Haarschnitt als Gegenleistung. Mir war wichtig, dass die Haare von jemandem abgeschnitten werden, der informiert ist, damit ich mich nicht umsonst von meiner Mähe trenne. Die Damen von „Königinnen“ waren klasse und so machte das Haare lassen richtig Spaß.

 

Schluss mit Rapunzel - Haare spenden für den guten Zweck

Nett to know und Voraussetzungen

Mir wurde von Anfang an klar gemacht: Nicht aus jedem Zopf wird eine Perücke für ein krebskrankes Kind. Viele Zöpfe werden genutzt, um Perücken schnell zu reparieren und erst etwa 5 Zöpfe ergeben eine vollständige Perücke. Außerdem gehen beim Knüpfen etwa 10cm verloren, deswegen gilt bei den meisten Organisationen eine Mindestspendelänge von etwa 20cm. Auch wer seine Haare chemisch gefärbt oder behandelt hat, fällt als Spender leider bei den meisten Organisationen weg. Toll bei den Königinnen: Die Haare werden nach Möglichkeit nicht mehr umgefärbt, sondern idealerweise in Perücken mit einer passenden Farbe verarbeitet. Übrigens kann man auch alte Zöpfe spenden, Haare haben kein Ablaufdatum und es ist egal, wann sie abgeschnitten wurden.

Wohin kann ich spenden?

Es gibt verschiedene Organisationen, die eure Haarspenden annehmen. Bei allen kann man seine Zöpfe auch per Post verschicken. Am Besten fragt ihr bei eurem Friseur mal nach, ob er euch dabei unterstützen würde. Allerdings wollte ich persönlich sicher gehen, dass meine Haare auch wirklich an die richtige Stelle kommen und nicht für viel Geld verkauft werden. Denn europäisches, unbehandeltes (oder in meinem Fall natürlich behandeltes) Haar, ist viel Geld wert und schwer zu kriegen. Hier eine Liste mit Organisationen, an die ihr spenden könnt:

www.bvz-rapunzel.de (Die hier gespendeten Haare werden für möglichst viel Geld versteigert, das Geld geht dann jeden Monat an eine andere tolle Hilfsorganisation.)

www.vereinhaarfee.at (hier werden Perücken für krebskranke Kinder geknüpft, angeblich erfährt man sogar, welches Kind eine Perücke aus deinen Haaren bekommen hat. Auf der Website ist auch eine Liste mit Partnerfriseuren in Deutschland)

www.littleprincesses.org.uk (auch hier werden Perücken für Kinder gemacht, die Haare werden allerdings erst nach China verschifft und es gibt keine Garantie, dass deine Haare auch benutzt werden. Trotzdem spenden dort sehr viele hin. Die freuen sich übrigens auch sehr über Geldspenden!)

Der Königinnen e.V.  (bei dem auch ich gespendet habe)

Das sind nur ein paar Beispiele, zu denen ich intensiver recherchiert habe, im internationalen Raum gibt es da aber noch viel mehr.

 

Schluss mit Rapunzel - Haare spenden für den guten Zweck

Fazit:

Jetzt ist die Mähne ab. Es ist noch ungewohnt und ohne den guten Zweck dahinter, hätte ich mich sicherlich nicht getraut, so viel abzuschneiden. Ich vermisse meinen langen Zopf etwas, aber mit dem Frühlingserwachen draußen, fühlt es sich auch herrlich leicht auf dem Kopf an. Und es fühlt sich gut an, dass meine Haare nicht im Müll landen. Ich denke die Haarspende ist vor allem etwas für Leute, die ihre Haare sowieso abschneiden wollen oder einen Schubs in Richtung Veränderung brauchen. Die Erfahrung bei den „Königinnen“ war sehr schön und ich würde sie jedem weiterempfehlen. Nachdem ich jahrelang darüber nachgedacht habe, hätte ich es früher oder später sowieso getan, denn einmal im Kopf geht so eine Idee oft nicht mehr weg. Und sein wir mal ehrlich: Ich hab immer noch mehr als genug Haare am Kopf.

Der Gedanke, jemand anderem eine riesige Freude machen zu können, der nicht das Glück hat, lange, gesunde, natürliche Haare zu haben, egal ob durch Krankheit oder Chemo, beflügelt ungemein. Und immer wenn ich auf der Suche nach meinem Zopf ins Leere greife, erinnere ich mich daran, dass irgendjemand vielleicht gerade seine neue oder geflickte Perücke anzieht und ein ganz normales Leben führen kann, dank all der Zöpfe, die abgegeben werden.

 

Schluss mit Rapunzel - Haare spenden für den guten Zweck

Zum Abschluss verlinke ich euch noch ein paar Artikel und Videos zum Thema Haare spenden, die mir bei meiner Entscheidung geholfen haben:

Übersicht auf imsalon.de

Beitrag vom Sat 1 Frühstücksfernsehen (Gespräch mit einer Perückenempfängerin,gedreht in dem Salon, in dem ich auch spenden war)

Erfahrungsvideo von Fabulous Hannah (Englisch, Spende an Little Princess Trust)

Erfahrungsvideo von It’s Coleslaw (Deutsch, Spende an Little Princess Trust)

Bildergalerie vom Haarspendetag bei den Königinnen

 

So, das waren meine Tipps und meine Erfahrungen. Wenn ihr die Mähne nochmal sehen wollt, schaut doch mal hier vorbei oder auf meinem Instagram Account, da gibt es noch einen Slow Motion Bun Drop zum Abschied und ein Update wie es einen Tag nach dem Schnitt aussieht.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren. Habt ihr schonmal Haare gespendet? Wenn ja wohin? Wenn nicht: Könntet ihr euch diesen Schritt vorstellen? Und wie steht ihr generell dazu, Haare zu spenden?

6 Kommentare

  1. Wie toll, dass du extra so viel abgeschnitten hast, um sie zu spenden, das find ich wirklich großartig!! :) Ich selbst hab leider ziemlich dünne Haare, die einfach nicht richtig lang-lang werden wollen, aber ich find’s sehr mutig von dir! Bestimmt freut sich jemand riesig darüber.
    Liebe Grüße,
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

    1. Hallo Corinna!
      Ja, ohne den Gedanken dahinter, hätte ich auch nicht so viel abgeschnitten, aber jetzt ein paar Tage später bin ich sehr glücklich mit dem Schritt :) Wenn man soviel hat, kann man es ruhig geben. Danke für deinen lieben Kommentar! Und mein Tipp bei dünnen Haaren: farbloses Henna ausprobieren :)
      Liebe Grüße
      Anni

  2. An das Thema Haare spenden hab ich ja noch gar nicht gedacht. Ich gehe meist einmal im Jahr zum Friseur und lasse dann so ca. 10-15cm Haare. Ich glaube, ich warte diesmal einfach ein bisschen länger, sodass die Länge für eine Haarspende reicht. :-D

    1. Hallo Christina! Das ist ein super Vorhaben :) Ich denke auch, wenn man eh ein ganzes Stück abschneiden will, warum dann nicht gleich so viel, dass es noch jemandem Freude bringt. Liebe Grüße!

  3. Wow, find ich richtig toll, deine Haarspenden-Aktion! Das Thema war bei mir auch nie auf dem Radar, weil es bei mir ähnlich ist, wie bei Corinna, meine Haare stagnieren seit Jahren auf Höhe X und denken nicht daran, in annehmbarer Dicke weiterzuwachsen. Sollten sie ihre Trotzhaltung eines Tages aufgeben und mich mit zu viel Länge beglücken, weiß ich jetzt aber, was damit zu tun wäre :) Und dein Schopf ist immer noch wunderschön! Jetzt sparst du sicher auch eine Menge Zeit im Bad! Liebe Grüße! Kea

    1. Hallo liebe Kea,
      vielen Dank! Ich spare jetzt zwar Zeit beim Haare trocknen, dafür habe ich aber auch endlich wieder Lust auf Frisuren und habe viel Spaß daran, wieder zu experimentieren, denn dafür war die Mähne vorher einfach zu lang und zu schwer. Und nicht jeder kann Haare spenden, aber das Thema in die Köpfe zu holen, ist schon mal sehr viel Wert :)
      Liebe Grüße zurück!
      Anni

Schreibe einen Kommentar