Gedanken zum Umzug – vorher

Umzug

Hallo ihr Lieben,

Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist mein Leben in Kisten verpackt, der nächste Umzug steht an. Gerade sind es 8 große Kartons, mal sehen wie viel es am Ende ist. 3 Tage bin ich noch in Stadt, in der ich die letzten 4 Jahre verbracht habe. Und Donnerstag geht es dann nach Hamburg. Und obwohl ich dort nicht bei null anfange, schon dort gelebt habe und nicht alleine bin, fühlt es sich gerade an wie das große Unbekannte.

Hier in Braunschweig kenne ich mich aus. Ich kenne die Wege, ich kenne die Leute, in meiner Uni bewege ich mich wie zuhause, denn das war ich dort bisher. Meine Freunde hier sind meine Ersatzfamilie. Die meisten von uns kannten niemanden als sie zum Studienbeginn hierher kamen, also musste man sich aufeinander verlassen können. Und das konnte man. Wir haben zusammen gelacht und geweint, viel erlebt und noch mehr über alles geredet, wir kennen uns. Und wieder einmal fühlt es sich an, als würde man alles hinter sich lassen was man kennt und liebt, nur nicht mehr so aufregend wie nach der Schule.

Ein paar werden sicher bleiben, denn Familie kennt keine Distanz und aus den Augen aus dem Sinn wird bei uns nicht eintreten, da bin ich mir sicher. Doch was ist mit all den anderen. Die man mag, aber nicht eng genug war, um wirklich intensiven Kontakt zu halten? Die Dozenten und Werkstattleiter, die uns jeden Tag und auch im höchsten Stress zur Seite standen, die Kollegen, die man nun als Freunde sieht und gerade tut es mir sogar Leid um die Edeka Kassierer bei denen ich seit Jahren täglich einkaufe.

 

Umzug 2

 

Doch so funktioniert das ja nicht. Man kann nicht einfach stehenbleiben. Zumindest ich kann das nicht. Das Studium ist nun vorbei und es muss weitergehen und gerade tut es das hier leider nicht mehr. Man geht dahin wo Arbeit ist, dahin wo die Liebsten sind, dahin wohin einen der Wind gerade weht. Manchmal frage ich mich, ob ich nur weggehe, weil man das eben so macht. Aber wer bleibt, verpasst der nicht all das, was noch auf einen wartet? Eben das große Unbekannte?

Ein Umzug ist wirklich kein Spaß, wenn man kein Geld hat. Alles packen, schleppen, transportieren und wieder aufbauen und immer auf die Gunst der Freunde hoffen, die auch beim 3. Mal noch helfen dein Bett aufzubauen.

7 mal habe ich in den 5 Jahren meine Sachen gepackt. Manchmal nur für 3 Monate, manchmal für 2 Jahre. Und eigentlich habe ich es nie bereut. Es warten immer neue Abenteuer auf dich. Und ein schöner Nebeneffekt: Die letzen Wochen an einem Ort sind immer sehr intensiv. Man nimmt sich noch einmal viel Zeit für seine Freunde, entdeckt noch einmal neue Ecken in der Stadt und sieht alles klarer, bevor man geht.

Deswegen tauche ich noch einmal 3 Tage ein in die Welt, die ich so gut kenne und dann heißt es: Auf zu neuen Abenteuern. Ich freue mich auf das was kommt. Wir hören uns aus Hamburg wieder :)

 

Wenn ihr auch ein paar Gedanken zum Thema Umzug teilen wollt, würde ich mich freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren dalasst. Genauso wie wenn ihr auch einen „Nachher“-Post wollt :)

 

3 Kommentare

  1. roberta sagt: Antworten

    Schön geschrieben. Ich bin ein bisschen wehmütig, mit Dir.
    Ich wünsche Dir alles Gute bei deinem neuen Abenteuer, Hamburg ist eine tolle Stadt :-)
    Alles Gute, Ahoi, Roberta

  2. So ein schöner Text. :) Das große Unbekannte hatte ich ja zwar bisher noch nicht, aber ich freue mich total drauf, in einem Jahr fürs Studium wegzuziehen und etwas Neues kennenzulernen. Und die wahren Freunde bleiben so oder so meistens, das ist ja auch das Wichtige.

    Wünsche dir einen guten Start in Hamburg!

    1. Dankeschön :) Ich bin schon gespannt wo es dann für dich hingeht! Weißt du schon wohin du willst?

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