Das Leben vereinfachen. – Minimalismus #1

 

Minimalismus

Hallo ihr Lieben!

Kaum ein Post ist schon so lange unterwegs wie dieser hier. Seit über einem Jahr will ich ihn schreiben, aber irgendwie fehlten bis jetzt die Worte, die Überzeugung oder einfach die Zeit dazu. Jetzt raffe ich mich endlich auf und schreibe über ein Thema, was mich seit mittlerweile 1 1/2 Jahren fast täglich beschäftigt: Minimalismus.

Und weil es dazu so viel zu sagen gibt, wird es gleich eine ganze Reihe dazu geben, unter anderem mit meiner Geschichte, Buch- und Videoempfehlungen und Vertiefungen zu einzelnen Themen.

Für mich ist der Begriff mittlerweile so selbstverständlich, dass ich in Gesprächen oft ganz erstaunt bin, dass andere nichts damit anfangen können. Deswegen eine kure Wortklärung:

 

Die Grundidee von Minimalismus ist es, nur noch mit den Dingen zu leben, die man wirklich braucht oder die einen wirklich glücklich machen.

 

Wie viel das für jeden Einzelnen ist, ist dabei nicht festgelegt. Es geht nicht darum mit unter 100 Dingen zurecht zu kommen. Oder darum gar nichts mehr zu kaufen. Oder darum, irgendwem etwas zu beweisen. Viel mehr ist es eine Lebenseinstellung, ein Denkanstoß und Konsumbeinflusser.

 

Doch warum beschäftigt mich das Ganze überhaupt?

 

Ich habe nie etwas weggeworfen. Nie. Und das meine ich wirklich wörtlich. Jede Zeitschrift die ich gekauft hab, oder die es gratis gab, jedes Briefchen aus der Schule, jedes zu klein gewordene Kleidungsstück und jeder leere Stift sind bei mir geblieben. Ich habe mich von nichts getrennt. Stattdessen verbrachte ich sehr viel Zeit damit, Sachen zu sortieren. Neue Ordnungen zu etablieren, meinen Stauraum besser zu nutzen. Wenn ich es schaffte, etwas in eine Kiste zu packen und auf den Dachboden zu packen, war das der größte Erfolg.

Dann zog ich aus und wir teilten uns zu zweit ein 8qm Zimmer. Und obwohl dort eigentlich kein Platz für mehr war, änderte sich kaum etwas an einem Konsum- und Wegwerfverhalten. Und auch bei den 3 darauf folgenden Umzügen schleppte ich unendlich viele Dinge mit mir. Die Umzugshelfer verzweifelten und auch nach Wochen waren nicht alle Kisten ausgepackt, und das obwohl ich bisher nur in WGs gewohnt und damit nie mehr als ein Zimmer zur Verfügung gehabt habe.

 

Minimalismus 2

Bilder wie dieses gehörten zur Tagesordnung, bevor ich arbeiten konnte, musste ich immer erst Dinge wegräumen. In meinem Fall hieß das, sie einfach irgendwo hinstellen, wo gerade mehr Platz war. Und ich fand es schrecklich.

Letztes Jahr verbrachte ich dann das Frühjahr in England, machte Work and Travel und half meiner Gastfamilie ihr Haus zu entrümpeln, da sie für eine Zeit ins Ausland zogen. Mit meiner „Gastmama“, die mehr eine gute Freundin war, beschäftigte ich mich immer mehr mit dem Thema: „Was brauche ich eigentlich zum Leben?“ Die Erkenntnis war: Nicht viel, wenn man wirklich ehrlich zu sich ist.

Doch bei anderen ausmisten ist immer einfacher, als bei sich selbst. Ich fing an das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo zu lesen, von dem ich hier schon öfter berichtet habe. Und fing an Schritt für Schritt ihre Tipps umzusetzen. Mich von dem zu trennen, was ich nicht mehr brauche oder nutze, alles was ich besitze mehr wertzuschätzen und genauer nachzudenken, bevor ich etwas kaufe. Ich fing an Blogs zu lesen und viele Youtube Videos zu schauen. Ich nahm Begriffe wie „Capsule Wardrobe“ in meinen Wortschatz auf und postete eifrig auf Pinterest.

Doch nun steht der nächste Umzug an und obwohl ich mich schon von meiner halben Garderobe und Säckeweise Papierkram getrennt habe, ist mein Zimmer voll und ich bin nicht annähernd da, wo ich eigentlich hin will. Denn je mehr ich ausmiste, desto mehr merke ich auch: Da geht noch mehr. Und jeder der mein Zimmer kennt, würde noch immer niemals auf die Idee kommen, mich minimalistisch zu nennen.

Das ist einer der Gründe für diese Blogpostreihe. Ich will euch mit auf die Reise nehmen, vielleicht unterwegs ein paar Verbündete finden, meine Gedanken und Inspiration teilen und einen Ansporn haben, denn ihr lest mit. Mittlerweile habe ich unheimlich Spaß am Ausmisten und an dem ganzen Thema, kaufe viel bewusster ein und kann mich viel besser trennen, doch der Weg ist noch weit. Ende August wird umgezogen und bis dahin soll sich noch einiges tun.

Seid ihr dabei?

1 Kommentar

  1. […] habt ihr schon gemerkt, dass sich hier mittlerweile sehr viel um Nachhaltigkeit dreht. Das Thema Minimalismus, mit dem eigentlich alles angefangen hat, ist dabei etwas in den Hintergrund geraten. Deswegen […]

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