#Haulternative – 7 Tipps für Slow Fashion

 

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Hallo ihr Lieben,

morgen vor zwei Jahren geschah das Unglück in einer Textilfabrik in Bangladesh, bei dem 1333 Menschen, hauptsächlich junge Frauen, ums Leben kamen. Darum ist der 24. April seitdem Fashion Revolution Day. Es geht dabei darum zu erinnern, wachzurütteln und das Thema immer wieder anzusprechen. Fast Fashion. Wer sich generell gerne mehr informieren möchte, dem empfehle ich vor allem die Dokumentation „The True Cost“, die kann man unter anderem bei Netflix angucken. Fashion Revolution hat außerdem ein super PDF gestaltet, eigentlich ein Leitfaden für Youtuber, aber für alle total interessant. Dort gibts auch nochmal viele Infos, Listen mit nachhaltigen Shops und Möglichkeiten, selbst mitzumachen.

Was ist #haulternative?

Auf Youtube und Blogs gibt es täglich eine Flut aus Hauls, also der stolzen Präsentation seiner umfangreichen Einkäufe. Selten werden da weniger als 10 Teile von einem Einkauf, oft bei Billigketten wie Primark in die Kamera gehalten. Der Hashtag #haulternative ruft eigentlich dazu auf, stattdessen Second Hand Kleidung zu zeigen. Das mache ich hier heute auch, alle Bilder zeigen meine liebsten Second Hand Teile, die mittlerweile fast die Hälfte meiner Garderobe ausmachen. Zusätzlich gibts aber auch noch ein paar Tipps zum Thema Slow Fashion.

Ich selbst bin absolut noch nicht an dem Punkt, an dem ich gerne wäre, wenn es um nachhaltigen Konsum geht.

Ich bummel gerne durch die Stadt, gehe in Geschäfte und kaufe auch gerne ein. Und das durchaus auch bei H&M oder C&A, wo ganz klar ist, dass es bei den meisten Preisen irgendwo Abstriche geben muss, von denen wir nichts mitbekommen.

Bei dem ganzen Thema kann man unglaublich viel falsch machen. Ist es zum Beispiel besser, ein H&M T-Shirt Second Hand zu kaufen? Wenn ich mehr für Kleidung ausgebe, wer garantiert mir, dass die Sachen auch zu besseren Bedingungen produziert wurden (oft ist das nämlich nicht der Fall)? Wie kann ich ohne schlechtes Gewissen einkaufen, ohne dass jemand darunter leidet?

Für mich persönlich ist momentan die beste Lösung die Gegenbewegung „Slow Fashion“. Es geht darum weniger und bewusster zu kaufen. Hier kommen meine 6 Tipps um das Konsumverhalten nachhaltiger zu machen. Da ich selbst Studentin bin und mein Geldbeutel aktuell nicht in der Lage ist ausschließlich bei vertretbaren Alternativen zu kaufen, beziehen sich alle Tipps eher auf das kleine Budget.

 

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Shopping To Do Liste

Um sich nicht von spontanen Eingebungen leiten zu lassen, lohnt es sich, sich genau zu überlegen, was man eigentlich braucht/ sucht. Brauchen tut man das Meiste schonmal nicht, wenn die Schuhe nicht bis auf die Socken durchgelaufen sind. Aber wenn man reflektiert, was man sich gerade genau wünscht, hilft das schon enorm. Als Pinterest-Junkie habe ich dafür eine Pinnwand. Sehe ich irgendwo ein Teil, dass mir wirklich gut gefällt, kommt es auf die Pinnwand. Und nur wenn es dort auch noch nach 2 Wochen ist und ich in die Stadt gehe, fange ich überhaupt an zu suchen. Alles andere kommt nicht mehr in den Einkaufs-Jutebeutel. Schont den Geldbeutel und reduziert überflüssige Spontankäufe, die man eh nie trägt.

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Kann ich das auch Second Hand bekommen?

In der deutschen Durchschnittsstadt wird es wahrscheinlich ziemlich schwer, irgendwo nachhaltige Mode zu finden. Und Online Bestellungen mache ich persönlich eher ungern, wenn es um Kleidung geht. Meiner Meinung nach die beste Lösung sind da Second Hand Läden. Abgesehen davon, dass man so weder eine Kette unterstützt, noch den Konsum ankurbelt, hat man meistens das schönere Einkaufserlebnis. Jedes Teil gibt es nur einmal und man fühlt sich wie ein Schatzsucher, wenn man etwas findet, das gefällt und passt. Auch Ebay und Kleiderkreisel sind echte Schatzkisten, allerdings gibt es da dasselbe Problem wie bei Online Anbietern. Ich kann nichts anfassen und anprobieren. Mittlerweile gibt es auch in fast jeder Stadt schöne Möglichkeiten, oft geht das eingenommene Geld an einen guten Zweck. Außerdem cool: Kleidertauschläden und -parties. Und im Normalfall ist das nicht nur viel günstiger als neu zu kaufen, sondern gibt einem auch noch die Möglichkeit qualitativ hochwertigere Marken zu kaufen, die man sich sonst nicht leisten könnte. Womit wir beim nächsten Punkt wären:
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Nicht nur für einen Sommer kaufen

Wenn es Second Hand nichts zu finden gibt oder man einfach lieber neue Sachen will, sollte man für „die Ewigkeit“ kaufen. Dafür muss man sich allerdings von Trends lösen und sein eigenes Ding finden. Kauft man dann ein neues Teil, kann man ruhig etwas mehr dafür ausgeben, denn man weiß ja, man wird es im Besten Fall über Jahre anziehen. Auch bei den Billigketten gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede und ein Baumwollshirt ist normalerweise robuster und macht dich und deine Haut glücklicher als ein Polyesterteil. Generell macht es Sinn, auf zeitlose Teile und gut kombinierbare Sachen zu setzen und diese entsprechend hochwertig zu kaufen. Meine Boots trage ich nun beispielsweise seit 3 Jahren und sie waren die Investition mehr als wert.
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Schrankleichen ein zweites Leben geben

Für mich mittlerweile auch sehr wichtig: Wissen, was man eigentlich hat. Und wenn man etwas nicht mehr trägt: weitergeben. Das sorgt nicht nur dafür, dass mehr Luft im Kleiderschrank ist, sondern auch, dass man bewusster mit seiner Kleidung umgeht. Und ohne Menschen die Kleidung ausmisten, würde die ganze Second-Hand-Geschichte auch nicht funkionieren. Jemand anders freut sich sehr wahrscheinlich sehr über die Sachen, die noch in Ordnung sind, aber die du einfach nicht trägst. Und sobald man bewusster einkauft, sollte es auch auf lange Sicht nicht mehr so viele Schrankleichen geben.

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Wenn man gemeinsam einen Flohmarktstand macht, kommt so einiges zusammen!

 

Schaufenstershoppen statt Geldbeutel leeren

Wie schon gesagt ich gerne und häufig in die Stadt. Als Abwechslung vom Uni- und Arbeitsalltag, aber auch, weil ich gerne durch die Läden schlendere. Mit der Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass es mich gar nicht so glücklich macht, wenn ich etwas mit zurück bringe. Also habe ich mich mit der Idee des Schaufenster Shoppings angefreundet. Ich probiere gerne viel an, kaufen tue ich jedoch nur noch selten etwas. Unter anderem weil meine Ansprüche gestiegen sind und ich nicht mehr alles kaufen will, was irgendwie aussieht. Gehe ich ohne etwas nach Hause, bin ich meistens ziemlich stolz auf mich. Und wenn mir etwas nicht mehr aus dem Kopf geht, lohnt sich der Kauf meistens auch. Und wenn man doch mal schwach geworden ist und etwas gekauft hat, mit dem man zuhause nicht mehr so glücklich ist: Zurückbringen! Tut keinem weh und ist in den meisten Läden total unkompliziert. Ist mir früher immer sehr schwer gefallen, mittlerweile passiert das immer öfter.

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Kleidung wertschätzen, pflegen, reparieren

Der wie ich finde wohl wichtigste Punkt. Viel zu oft werfen wir Dinge weg, weil sie ein Loch haben, einen Fehler oder nicht mehr so schön aussehen. Erstens: Abgetragene Sachen haben oft ihren ganz eigenen Reiz. Zweitens: Oft wäre es so leicht, Nadel und Faden in die Hand zu nehmen oder zur Änderungsschneiderung zu gehen! Da die Kleidung jedoch oft nicht viel gekostet hat, ist man auch nicht bereit, viel für eine Reperatur zu zahlen. Dabei sollten wir unser Eigentum (nicht nur unsere Kleidung) endlich wertschätzen. Einen Reißverschluss zu reparieren kostet oft nur ein paar Euro, ebenso einen Absatz ersetzen lassen. Löcher kann man schnell stopfen oder mit Stolz tragen. Schließlich leisten unserer Kleider und Schuhe jeden Tag gute Arbeit und sollten nicht einfach entsorgt werden, wenn sie nicht mehr so schön sind wie am ersten Tag. Und weniger kaufen tut man so auch noch.

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Upcycling und DIY

Das traue ich mich selbst auch noch nicht oft genug. Dabei gibt es da so viele Möglichkeiten! Sachen enger machen, aufhübschen oder kaputte Sachen nicht einfach stopfen, sondern auffällig verändern. Meine liebsten Ideen hab ich auf einer Pinterest Pinnwand für euch (und mich) zusammengetragen. Viel ausprobiert hab ich davon leider noch nicht, aber work in progress, steht auf jeden Fall auf der To Do Liste!
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Zum Abschluss will ich noch sagen: Es ist absolut okay nicht alles perfekt zu machen. Wichtig ist nur, sich mit Themen wie diesen auseinander zu setzen, sein Bestes zu geben und informiert zu sein. Denn nur wer weiß, wie etwas funktioniert, kann es auch ändern!

Zum Abschluss noch eine paar Beiträge von anderen zu dem Thema, die mir gut gefallen haben!

Fashion Revolution Pinnwand von Bead & Reel

Shopping Ethically  von The Notepasser

Von adidas bis Zalando – Bei wem einkaufen? von Kokon aus Luft

Slow Fashion – What it is and why it is so important – von The private life of a girl

Haulternative Video – von CutiePieMarzia

 

Wie geht ihr mit dem Thema um? Kennt ihr andere Blogs, die sich auch mit dem Thema beschäftigen? Ab in die Kommentare damit!

2 Kommentare

  1. […] Netter Bonus dazu: Das ganze Outfit hat mich etwa 25 Euro gekostet (Schuhe ausgenommen). Falls euch das Thema interessiert, schaut euch gerne meinen Beitrag zum Thema Slow Fashion an! […]

  2. […] letztes Jahr gab es von mir einen Beitrag unter dem Hashtag #haulternative mit Tipps für Slow Fashion. Mein Interesse und mein Engagement in diesem Bereich hat sich seitdem […]

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