Focus on Ahmed.

Das in unserer Welt vieles nicht optimal läuft, ist denke ich jedem bewusst. Momentan überstürzen sich jedoch mal wieder die Ereignisse und diesmal sind es nicht Naturkatastrophen sondern die Menschen ganz alleine, bei denen etwas ganz grundlegend falsch läuft. Jeden Tag gibt es neue Horrormeldungen in den Nachrichten. Geiselnahmen, öffentliche Hinrichtungen, Attentate und nichts davon macht für mich einen Sinn. Warum die Menschen sich gegenseitig abschlachten, war mir immer ein Rätsel und wird es wohl auch immer bleiben.
Doch als wäre es nicht schockierend genug, dass die Anschläge frei von jeglichen Moralvorstellungen sind, hunderte Kinder grundlos erschossen und Karikaturisten aufgrund ihrer freien Meinung umgebracht werden, reagieren viele Menschen auf eine mir unbegreifliche Weise: Mit noch mehr Hass und Gewalt. 
Wem ist beispielsweise mit Dingen wie Pegida-Demonstrationen, die nur noch mehr Hass schüren geholfen? Ich denke niemandem. Und doch: Überall im Internet wimmelt es nur so von Kommentaren, die mich kopfschüttelnd zurücklassen. Die Pegida-Demo in Braunschweig wurde vorerst abgesagt und in den Kommentaren stehen tatsächlich Dinge wie  „Die Gefahren, die der Islam mit sich bringt, kann man gar nicht hoch genug einstufen. (…) Ich nehme ausdrücklich die wenigen gemäßigten Muslime aus – die gibt es vereinzelt.“
Nilam (@daruum) hat es sehr schön ausgedrückt: „Menschen verwechseln und vertauschen alles. Ohne Kopf und Verstand.“ Was täglich als Religionstaten bezeichnet wird, hat einfach nicht viel mit Religion zu tun. Die Täter in all diesen Fällen sind keine Muslime, sondern Terroristen. Sie bekennen sich vor allem zu ihren Terrororganisationen. Und genauso wenig wie alle Muslime Terroristen sind, sind alle Terroristen Muslime. Wie viele Menschen sterben bei Attentaten, die von Christen begangen werden? Es sind nicht wenige. Der Dschihad zählt im eigentlichen Islam nicht zu den fünf Grundpfeilern. Es gibt immer Menschen, die die Schriften anders auslegen. Ich war in einer Moschee, ich habe dem Gebet zugehört und niemand hat mich angefeindet. Ich wurde freundlich willkommen geheißen, in einer Gruppe aus Juden, Christen und Bahaí. Alle glauben an einen Gott, ich denke an denselben.
Ich wünsche mir so sehr, dass die Menschen aufhören zu hassen, sich umsehen und merken, dass das alles nicht sein müsste. Bis das passiert, hoffe ich, dass das die, die das so oder so ähnlich sehen wie ich laut werden, sich nicht gegeneinander wenden und statt den Blick auf die Terroristen zu richten, uns auf Menschen wie Ahmed Merabet konzentrieren, den Polizisten, der das Leben von Stéphane Charbonnier, dem Chefredakteur von Charlie Hebdo schützen sollte. Auch er war Muslim. Er schützte ein Magazin, dass sich über seine Religion lustig machte, um das Recht zu schützen, seine Meinung sagen zu können. Nicht der Hass, sondern die Hoffnung sollte laut werden. 
Nicht die Extremisten sind die Regel. Es gibt viel mehr Menschen, die viel eher so wie Ahmed sind. Ich könnte noch viel mehr dazu sagen. Aber ich belasse es dabei. Vorerst. Was denkt ihr über all das, was gerade passiert in der Welt? Schreibts in die Kommentare.

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